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Tötung von Hunden für EM 2012: ein halbes Jahr ist verstrichen, nur wenig Veränderung verzeichnet

Das Töten von streunenden Tieren in der Ukraine geht auch im Mai 2012 noch weiter, trotz internationaler Aufmerksamkeit und Beteiligung großer europäischer Tierschutzorganisationen.

O.Kosenkov Oleksiy Kosenkov
Vorsitzender des Vereins für die Entwicklung des Tierschutzes
Vertreter der Kyiv Gesellschaft für Tierschutz in der Schweiz

Viele bedeutende Tierschutzorganisationen berichten, dass das Töten weitergeht (z.B. PETA im März 2012, ETN im Mai 2012, etc.). Dennoch wurden zwischenzeitlich stimmen laut, die behaupteten, die Situation „ist nicht so dramatisch wie manche sie erscheinen lassen möchten“. Ukrainische Botschaften in europäischen Ländern reagieren auf die Anfragen besorgter Menschen mit einer Standardantwort, die sich auf die Aussagen von ukrainischen Ministern Ende 2011 bezieht und die Situation als drastisch verbessernd darstellt. Die Botschaften verschweigen natürlich, dass diese Aussagen nach wie vor leere Versprechungen bleiben, wie die nachstehenden Fakten beweisen.

Die Stadtverwaltung von Kharkiv, eine der austragenden Städte der EM 2012, lehnt ganz offiziell alle Bemühungen der Tierschützer ab, die Anwendung der “Einfangen-Kastrieren-Freilassen-Methode“ (TNR) zur Geburtenkontrolle der Streuner zu fördern. ETN, Vier Pfoten, PETA, ITV Grenzenlos haben alle mit dem Bürgermeister von Kharkiv, G. Kernes, Kontakt aufgenommen, nur um von ihm zu erfahren, dass die TNR Methode nachweislich ineffizient ist und Kharkiv die „weisungsfreie“ Praxis fortführen wird, bei der laut offizieller Statistik der Stadtverwaltung 95% der Tiere eingeschläfert werden. Das Tierheim das zur Zeit in Kharkiv für 500 Hunde und 100 Katzen gebaut wird ist genau so ein „weisungsfreies Tierheim“, prunkvoll ausgedrückt. Ukrainische Tierschützer nennen es allerdings in der Regel Gaskammern.

Wie in Kharkiv, gibt es auch in Donetsk Schein und Wirklichkeit. Die Akhmetov Stiftung hat in Zusammenarbeit mit dem ETN ein Tierheim gebaut, in dem die Tiere sterilisiert, geimpft und wieder freigelassen werden. Zur gleichen Zeit hat die Stadt Donetsk in 2012 Geld für das Einfangen von rund 16.000 Streunern jedoch für die Obhut von nur 4.000 budgetiert. Darüber hinaus wurde nicht ein Cent für Sterilisationen budgetiert. Es ist leicht zu erraten in welcher „weisungsfreien“ Einrichtung die anderen 12.000 eingefangenen Hunde verschwinden. Im Übrigen existiert und läuft diese Einrichtung bereits seit Jahren. Sie hat einen sogenannten „Quarantäne-Platz“ wo eingefangene Tiere eines „natürlichen“ Todes sterben während sie dort ohne Wasser und Futter gehalten werden.

Die Stadtverwaltung von Kyiv hat die systematische Vernichtung der streunenden Tiere in 2011 eingestellt. Die Realität sieht allerdings so aus: Aggressive Einzelpersonen vergiften massiv Straßenhunde. Dieses Lynchen nimmt kontinuierlich zu vor dem Hintergrund der Untätigkeit der Polizei. Selbst das Gericht, das letztes Jahr den Prozess gegen den Wahnsinnigen Vedula eingeleitet hat weil dieser Duzende Tiere getötet und dabei gefilmt hatte, hat ihn noch nicht verurteilt1.
Tierschützer protestierten im März und April 2012 in Kyiv weil noch kein Fortschritt im Verhalten der ukrainischen Behörden verzeichnet werden konnte.

Die Situation in den austragenden Städten der EM 2012 änderte sich nur geringfügig, obwohl sie im Blickpunkt der Öffentlichkeit stehen.
Ganz zu schweigen von den kleineren Städten, die nicht dem internationalen Druck ausgesetzt sind...


1 Update Juni 2012: der Wahnsinnige Vedula wurde zur vierjährige Freiheitsstrafe verurteilt.

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