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Tierisch guter Einsatz

Almut Werthmann | 09.08.2013
Jasmin Febvin, WHS, engagiert sich für den Tierschutz.

Jasmin Febvins Herz schlägt für Tiere. Schon seit über zehn Jahren engagiert sich die Assistentin der Geschäftsführung der Wüstenrot Haus- und Städtebau (WHS), die ihre Ausbildung zur Kauffrau für Burokommunikation bei der Wüstenrot Bausparkasse absolvierte, in jeder freien Minute fur Vierbeiner: "Je mehr man sieht, was weltweit im Umgang mit Tieren schief läuft, um so mehr hat man das Gefühl, etwas tun zu müssen" erklärt die 31-Jährige ihren Einsatz. Angefangen hat alles mit einem Ehrenamt als Gassigeherin im Tierheim Ludwigsburg. Dort lernte sie Leute kennen, die sich im Auslandstierschutz engagieren und so kam eins zum anderen: Im Mai 2012 brach sie zu ihrem ersten Einsatz in die Ukraine auf. Als Volontärin der Tierschutzstiftung "Vier Pfoten" war Febvin Teil einer Gruppe Tierschützer, die sich für ukrainische Strassenhunde einsetzt. Die Streuner wurden im Vorfeld der Fussball-Europameisterschaft 2012 auf Anordnung der Regierung des Gastgeberlandes massenhaft brutal getötet, urn den Gästen des Fussballspektakels ein makelloses Strassenbild bieten zu können. "Vier Pfoten" setzte sich dafür ein, das Morden zu stoppen, und führte stattdessen grossangelegte Kastrationsprojekte im Land durch.

Febvin: "Die Auslöschung ganzer Rudel schafft nur Platz für neue, da Futter und Platz weiterhin vorhanden sind und von den getöteten Hunden nicht mehr verteidigt werden können. Die Kastration der Tiere hingegen dezimiert die Population langfristig." Dass dieser Einsatz kein Urlaub war, wird schon beim Tagesablauf klar: Aufstehen um 5.30 Uhr, Zeit für ein kurzes Frühstück, dann geht es los. An einem Ort, wo sich bekanntermassen viele Strassenhunde aufhalten, wird die mobile Tierklinik eingerichtet. Neben umgebauten Krankenwagen werden Aufwach-Zelte aufgeschlagen, die behandelten Streuner vom Vortag gefüttert, medizinisch versorgt und freigelassen. Die Käfige werden gereinigt und vorbereitet für die nächsten Patienten. Feierabend ist frühestens um 19.00 Uhr.

Abends sitzt die Gruppe zusammen, urn sich von den Strapazen des Iangen Tages zu erholen - sowohl körperlich als auch psychisch. Denn was Tierschützer in dem Land erleben, ist nichts für Zartbesaitete: Die Tiere werden von den ukrainischen "Doghuntern" gefoltert, verstümmelt und vergiftet. Urn das ausgesetzte Kopfgeld zu kassieren, werden den Tieren Körperteile abgetrennt. "Es gab Tage, da sind einem einfach die Tränen runtergelaufen", gesteht Febvin. In solchen Momenten helfen Gespräche mit den anderen Teammitgliedern. Die Freunde zu Hause sind ebenfalls eine grosse Stütze, wenn sie das Geschehene in Deutschland mal wieder einholt.

Es gibt aber auch viele Ukrainer, die froh sind über die Arbeit der Tierschützer. Sie bringen Streuner, um sie kastrieren zu lassen und bezahlen mit selbstgebackenen Leckereien, da sie sich den offiziellen Besuch beim Tierarzt nicht leisten können. "Wenn uns einer dieser Menschen erzahlt, dass er den kastrierten Hund nun bei sich aufnehmen will, ist das für uns die beste Gegenleistung", sagt Febvin.

Ihr zweiter Auslandseinsatz führte die Tierschützerin im Mai dieses Jahres wieder in die Ukraine. Diesmal unterstützte sie das Tierheim in Gostomel, einem Ortsteil von Kiew. Die Leiterin des Tierheims, Asia Serpinska, hat ihr Leben der Rettung der Streuner verschrieben. Im Tierheim sind sie vor den Übergriffen durch die "Doghunter" geschützt. Die ehemalige Mathematikprofessorin beherbergt aktuell etwa 600 Hunde und 100 Katzen auf einem riesigen Areal. Die Gebäude des Tierheims sind vom letzten harten Winter schwer beschädigt. Schneemassen haben viele Dächer einstürzen lassen und die Quarantänestation unbrauchbar gemacht. Welpen und kranke Tiere, die in beheizten Räumen gehalten werden sollten, waren der Kälte ausgeliefert. Febvin und Mitglieder der Organisation White Paw e.V. wollen Asia und ihren vierbeinigen Mitbewohnern helfen und sammeln Spenden für den Wiederaufbau des Tierheims. Immer wieder werden neue Tiere vor dem Gelände ausgesetzt oder einfach über den Zaun geworfen, obwohl das Asyl schon aus allen Nähten platzt. Während ihres Aufenthalts unterstützte Febvin das Team tatkräftig. Sie war für die Versorgung der Katzen und der kranken Welpen verantwortlich, da ein Besuch beim Tierarzt nur in seltenen Fällen möglich ist.

Febvin engagiert sich aber nicht nur im Ausland, sondern auch in Deutschland für mehr Tierschutz und arbeitet nebenberuflich in einer Hundeschule mit. Nur für ein eigenes Haustier fehlt ihr momentan die Zeit - kein Wunder bei so viel selbstlosem Engagement für Andere.

Wer die Arbeit von Jasmin Febvin für das Tierheim Gostomel unterstützen möchte, kann an den Verein "White Paw" spenden:
White Paw Organisation e.V. I Kasseler Sparkasse
BLZ 520 503 53 I Konto 11 561 99

Infos über das Tierheim gibt es auf Facebook "Tierheim Gostomel Shelter (KSPA)" oder unter www.animalprotect.org/de

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